Inglourious Basterds (2009) | Film, Trailer, Kritik (2024)

    Inglourious Basterds (2009) | Film, Trailer, Kritik (1)
    • Kritik
    • Handlung

    Eine Filmkritik von Katrin Knauth

    Rache ist heiß

    Wenn Leutnant Aldo Raine (Brad Pitt) zu seinen Jungs sagt: „Jeder Soldat unter meinem Kommando schuldet mir 100 Nazi-Skalps – und ich will meine Skalps! Klingt das gut?“, dann kann das nur richtig blutig und grausam ausgehen. Denn Aldo Raine will Rache. Und dass Rache ein Gericht ist, das am besten kalt serviert wird, wissen wir von keinem anderen besser als von Kultregisseur Quentin Tarantino, für den Grausamkeit seit Pulp Fiction (1994) längst zum guten Stil gehört.

    Abgebrühte Tarantino-Fans sind das längst gewohnt: Kopfabschlagen, Schlägereien, Messerstechereien, Schießereien, Aufschlitzen und verdammt viele schmutzige Wörter. Inglourious Basterds, der übrigens seinen Namen dem Film Inglourious Bastards (1978) von Enzo Castellari verdankt, hat davon jede Menge zu bieten. Auch die schrägen Figuren wie man sie aus dem Tarantino-Universum sonst kennt, sind wieder mit von der Partie und liefern sich einem rhetorischen Schlagabtausch, der im Kino seinesgleichen sucht.

    Aber nun mal der Reihe nach: Es gibt also einen gewissen Leutnant Aldo Raine, der mit einer Truppe jüdisch-amerikanischer Soldaten im von Deutschen besetzen Frankreich auf Nazi-Jagd geht. Unter ihnen ist auch der deutsche Sergeant Hugo Stiglitz (Till Schweiger), bekannt für das Abschlachten von Nazi-Generälen. Raines Truppe trifft die deutsche Schauspielerin und Geheimagentin Bridget von Hammersmark (Diane Kruger), um einen Anschlag auf die Führer des Ditten Reichs zu planen. Dafür nehmen sie eine Kinovorstellung ins Visier, auf der sowohl Hitler (Martin Wuttke) persönlich als auch sein Propagandaminister Goebbels (Sylvester Groth) zugegen sein werden.

    Gleichzeitig plant Shosanna Dreyfus (Mélanie Laurent), die sich unter falschen Namen in Paris versteckt, einen ganz persönlichen Rachetrip. Im ersten Jahr der deutschen Besatzung Frankreichs, 1941, musste sie mit ansehen, wie der Nazi Oberst und als milchtrinkender „Judenjäger“ bekannte Hans Landa (Christoph Waltz) ihre gesamte Familie ermorden ließ. Knapp konnte sie entkommen und sich in Paris eine neue Identität als Besitzerin eines Kinos zulegen. Christoph Waltz, der in seiner Rolle fließend Deutsch und Französisch parliert, präsentiert einen Ekel von Nazi, wie man ihn sich schlimmer nicht vorstellen kann. Zu Recht hat er dafür die Goldene Palme bei den Filmfestspielen in Cannes gewonnen.

    Ausgerechnet Shosannas Pariser Kino „La Louisiane“, das als Kulisse in den Babelsberger Filmstudios gebaut wurde, soll für die Filmpremiere des Nazipropagandastreifens Stolz der Nation herhalten. Hitler und Co in einem kleinen Programmkino? Eigentlich war das anders geplant, aber der deutsche Soldat Frederick Zoller (Daniel Brühl), der für seine Heldentaten mit dem Film geehrt werden soll, hat sich in Shosanna verliebt und will ihr Kino in den Mittelpunkt stellen. Dagegen tun kann sie nichts. Ganz im Gegenteil, es kann ihr nur recht sein, wenn sich der Feind direkt unter ihrer Nase tümmelt. Ein Kino kann man schließlich abschließen, verriegeln – und anzünden. Mehr wird nicht verraten.

    Ja, es wird richtig heiß am Ende des fast zweieinhalbstündigen Films. Da haut Tarantino noch mal richtig auf die Pauke und lässt quasi beide Operationen – die von Aldo Raine und von Shosanna – in einem genialen Showdown im besagten Pariser Kino zusammenlaufen. Keiner weiß natürlich etwas von den Plänen des Anderen. Und obwohl nichts läuft wie es laufen soll, funktionieren die Pläne am Ende trotzdem. Wie das geht, sollte man sich am besten selbst anschauen. Das ist Tarantino-Fanfutter und unbedingt zu empfehlen!

    Wenn Leutnant Aldo Raine (Brad Pitt) zu seinen Jungs sagt: „Jeder Soldat unter meinem Kommando schuldet mir 100 Nazi-Skalps – und ich will meine Skalps! Klingt das gut?“, dann kann das nur richtig blutig und grausam ausgehen. Denn Aldo Raine will Rache. Und dass Rache ein Gericht ist, das am besten kalt serviert wird, wissen wir von keinem anderen besser als von Kultregisseur Quentin Tarantino, für den Grausamkeit seit Pulp Fiction (1994) längst zum guten Stil gehört.

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    Meinungen

    Tim · 05.10.2009

    also ich fand ihn richtig gut. Der Film spiegelt auch das politische System dieser Zeit sehr gut wieder. Nun ja, hab ihn auf Englisch und dann auf Deutsch geguckt und muss feststellen, dass der Film auf Deutsch nicht so toll ist. Ich meine: die deutschen sprechen deutsch und die 'Basterds' auch -.-

    • Antworten

    henno · 05.10.2009

    meilenstein? geniestreich? bahnbrechende satire? NEIN!!!

    • Antworten

    Thomas · 03.10.2009

    hallo arne,
    ich glaube du solltest mal die rosamunde-pilcher verfilmungen anschauen...

    • Antworten

    lana · 02.10.2009

    Also ich fand den Film total daneben, die erste Hälfte geht so, aber dann war ich gewillt, frühzeitig den Saal zu verlassen. Übergang von SERIÖUS zu LÄCHERLICH machen.... also wirklich nichts was man gesehen haben muss.

    • Antworten

    Peter · 27.09.2009

    Einfach nur arm das Filmchen,schade um jeden Milimeter Filmmaterial der für diesen Mist verschwendet wurde.

    • Antworten

    Arne · 06.09.2009

    Dem Film stehe ich mit gemischten Gefühlen gegenüber. Einerseits sind da genauestens durchkomponierte Szenen, wie die erste im Bauernhaus, die den Film zu etwas besonderen machen. Dem gegenüber stehen Szenen, die versuchen Spannung aufzubauen, aber kläglich wegen Langatmigkeit scheitern (erster Auftritt vom "Bärenjuden" mit dem Baseballschläger).
    Schauspieler: Christoph Waltz spielt derart eindringlich, dass die übrigen Schauspieler eher blass erscheinen. Von Brad Pitt war ich sehr enttäuscht, obwohl es wohl auch sehr an der Rolle lag. Diane Kruger hätte wohl besser nicht mitspielen sollen.
    Gewalt und Blut: Ok, das sind wir von Tarantinofilmen gewöhnt, aber in diesem Film ist es nur noch reiner unnötiger Gewaltvoyeurismus mit wenig Humor oder Kultcharakter.

    Fazit: Nicht gerade Tarantinos bester Film. Aber recht sehenswert für die "Hartgesottenen".

    • Antworten

    Marry · 05.09.2009

    Ehrlich, bin total enttäuscht gewesen von diesem Film. Auch von Brad Pitt, der leider sehr schlecht spielt. Hut ab vor Christoph Waltz!!! Spielt alle anderen an die Wand! Aber was bitte hat dort Diane Kruger verloeren?? Sie ist grotten schlecht!!!

    • Antworten

    Christian aus Gi. · 03.09.2009

    Der Film ist zwar gut aber nicht genial(sorry Frank),aber Christoph Waltz ist der Hammer !Für mich der beste deutschsprachige Schauspieler,bin schon länger ein Fan.Tarantino du kannst das besser !!

    • Antworten

    Betty · 28.08.2009

    Der Film ist eine Wucht und geht einem einfach nicht aus dem Kopf. Besonders durch das hervorragende Schauspielerensemble gewinnt der Film an Tiefe. Allen voran natürlich Christoph Waltz, der wirklich zurecht hochgelobt wurde. Mir gefiel besonders gut die Vielsprachigkeit. Viele Szenen laufen im Originalton und das trägt zu der unheimlich guten Atmosphäre des Filmes bei. Einziger Wermutstropfen: was bitte hat Diane Kruger in solch einem Meisterwerk zu suchen? Für mich hat ihr Auftritt in diesem Film garnichts mit Schauspielerei zu tun oder liegt es daran, dass sie nicht allzu oft deutsch spricht?! Diese Rolle hätte m. M. viel besser besetzt werden können. Ansonsten Hut ab! Mr. Tarantino!

    • Antworten

    Jennybi · 27.08.2009

    Sorry, Leute, aber ich war echt enttäuscht von dem mit vielen Vorschuss-Lorbeeren bedachten Film. Die Dialoge fand ich nur zum Teil wirklich spritzig und fesselnd, die meisten Charaktere entweder zu blass oder völlig überzeichnet, die Handlung durch die übertriebene Länge einzelner "Kapitel" zu sehr gespickt mit unwesentlichen Nebensächlichkeiten, die dann im Sande verliefen... Richtig gut kam nur Christoph Waltz - er hatte die besten Dialoge (fast Monologe) und spielte sein Sprach- und Mimiktalent voll aus. Von einem Tarantino hätte ich mehr erwartet; von einem Brad Pitt auch. Viel Geist- und Wortwitz habe ich nicht gefunden, aber das ist sicher auch Geschmacksache. Bleibt nur, dass die Grundidee - die Nazis einfach im Kino "schmoren" zu lassen - ziemlich gut war.

    • Antworten

    june · 25.08.2009

    geniale und fesselnde dialoge, die besonders dazu beitragen die spannung bis zum schluss aufrecht zu erhalten. das bei 154 min spiellänge. muss man erstmal schaffen. ich bin begeistert.

    • Antworten

    Cineast · 24.08.2009

    ICH, als Tarantino-Fan, bin wirklich enttäuscht !!!
    Der Film an sich ist eine Klasse für sich, jedoch hätte der 'Director's Cut' nicht ins Kino gehört ! Der Trailer verspricht mehr, als der Film darstellt. Tarantino ist auf seine alten Tage mehr auf gelungene Dialogszenen versessen, als auf Action. Angedeutet hat sich dieses schon in den letzten Filmen. Der Film ist mit über 2,5 Stunden definitiv viel zu lang. Insbesondere für eine fiktive Geschichte völlig überladen.
    Meine Bewertung: 80% Dialog (sehr gut) 20% Action (sehr gut) !!!
    Leider kein typischer Tarantino-Style, aber letztendlich unterhaltsam !
    1x mal anschauen reicht !!!!!!!!!!!!!!!

    • Antworten

    Frank · 22.08.2009

    Einfach ein genialer Film.

    • Antworten

    Mario · 21.08.2009

    Der erste Tarantino Film der mich enttäuscht hat. Die Story ist für einen eingefleischten Tarantino Fan zu flach (wie eine Pfütze), da helfen selbst die vielen guten Schauspieler nicht weiter.
    Lobenswert sind die vielsprachigen Dialoge und die Mimik von Christoph Walz.
    Mein Fazit zum Film : Einmal, eventuell / mehrfach, nein

    • Antworten

    Franziska · 21.08.2009

    Was für ein Film! Lang erwartet und viel geschmäht! und wenn man aus dem Kino kommt, weiß man wieder, warum man Tarantino verehrt und noch nie auf Kritiker gehört hat. Der Film ist länger als in Cannes (angeblich soll es eine Szene mehr geben) und trotzdem fragt man sich, warum er nach Cannes so schlecht gemacht wurde, denn selbst wenn er überarbeitet wurde, die Figuren und die Stories sind einfach großartig! So schlecht kann das Ausgangsmaterial nicht gewesen sein!
    Jede Figur hat wie gewohnt ihre eigene Geschichte. Die Schauspieler brillieren. Allen voran Christoph Walz. Was ist der Hans Landa doch für eine grausig geniale Figur! Der Film überzeugt mit aberwitzigen Dialogen ganz á la Tarantino, bei denen einem oft das Lachen im Halse stecken bleibt, vielschichtigen Figuren, mehreren dichten Geschichten und wie immer der Hommage ans Kino! Danke Tarantino für einen erneut großartigen Film!
    Großer Tipp: Auf jeden Fall im OmU sehen. Der Film ist viersprachig und das trägt wesentlich zur Atmosphäre des Films bei (wie es auch viele Pointen hervorbringt und das Können vieler Schauspieler zeigt). Synchronisiert kann ich mir das ganze überhaupt nicht vorstellen!

    • Antworten
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